Suche im Internet – oder wie findet man ein Sandkorn auf dem Meeresgrund2021-07-20T12:23:33+02:00

5. Suche im Internet – oder wie findet man ein Sandkorn auf dem Meeresgrund

Nach der Schule schwimmt Digi nach Hause. Ihn beschäftigt die Frage nach diesem seltsamen Wesen, das ihm so einen gemeinen Streich gespielt hat. „Diese schlanken und langen Arme, die habe ich doch schon mal gesehen… genau! Hinter dem grauen Stein in der Seepferdchengasse!“, erinnert sich Digi endlich. Das geschah am Tag seines Geburtstages, als er so unvorsichtig zu einem Treffen mit der vermeintlichen Mimi schwamm! Wer könnte es bloß sein? Warum fotografierte uns dieses Wesen zwei Tage später durch das Fenster, als ich mit meinen Freunden meinen Geburtstag nachfeierte? Wie finde ich das bloß raus?“ Da fiel ihm ein, wo er nach der Antwort suchen könnte: im Internet!
 
Digi wusste, dass eine Suchmaschine existiert, die alles, was es im Internet gibt – ob Texte, Musik oder Bilder – finden kann. Das passiert ganz schnell und einfach. Man muss diese Suchmaschine auf einem Tablet oder Smartphone aufrufen, im Suchfeld eintippen, wonach man sucht, und schon findet man jede Menge Informationen der Welt. So hat Digi damals auch das Soziale Netzwerk „Fischbook“ gefunden. Digi ist fest entschlossen, dieses Wesen mit acht Armen zu finden – mit Hilfe dieser Suchmaschine! „Aber nach wem suche ich? Ich brauche erst einmal den Namen des Gesuchten“, denkt er sich.
Zuhause angekommen macht Digi sich auf die Suche. Er nimmt sein Smartphone und öffnet den Internet- Browser. Die Suchmaschine ist bereits vorinstalliert. In das Suchfeld tippt er ein:
‚ich suche ein gemeines Meereswesen, das acht Arme hat‘
und klickt auf den Button „SUCHEN“.
Auf dem Bildschirm erscheinen viele Buchstaben, verschiedene Zeilen in unterschiedlichen Farben, meist in Blau oder Schwarz. Das sind so viele Informationen, dass Digi zunächst seine Augen zukneift und sich denkt: „Wie soll ich das bloß alles lesen? Ich muss noch Hausaufgaben machen und heute Abend bin ich mit Kai zum Fahrradfahren verabredet. Hilfe!“
Die Hilfe scheint nah zu sein, als er oben auf der Seite liest:
 ALLE      BILDER   VIDEOS   NEWS   MAPS   
„Aha! Bilder! Wenn ich mir die Bilder anschaue, dann geht es bestimmt schneller!“, denkt Digi und klickt auf das Wort ‚Bilder‘. Eine Seite voller Bilder, auf denen verschiedene Wesen abgebildet sind, öffnet sich vor seinen Augen. Wie viele waren es bloß? Hunderte? Oder gar Tausende? Die Liste scheint endlos zu sein. Digi schaut genau hin, aber auf keinem Bild findet er das Wesen, das er hinter dem grauen Stein und auf dem Foto gesehen hatte. Und je mehr Digi nach unten scrollt, umso seltsamer werden die Bilder: Auf einem ist ein Wesen mit vielen Armen und Beinen abgebildet. Auf einem anderen kann man nur den Kopf erkennen. Ein anderes Bild wiederum zeigt eine Zeichnung, mit der Digi absolut nichts anzufangen weiß, die ihm aber ein ungutes Gefühl gibt. Vor allem gibt es Bilder mit furchterregenden Wesen darauf. Digi bekommt Angst, schließt überfordert die Internetseite mit den Bildern und erholt sich vorerst von seinem Schreck.
Auch Mimi ist besorgt und überlegt, wie man das Wesen, das so unfair zu ihr und den anderen war, wiederfindet. Da zwei Köpfe bekanntlich schlauer sind als einer, macht sie sich auf den Weg zu Digi und trifft ihn auf den Bildschirm seines Smartphones starrend.
„Was ist los, Digi? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen!“, begrüßt sie ihn voller Sorge.
Digi erzählt ihr von seinem misslungenen Versuch, das Tier mit den vielen Armen im Internet zu finden.
„Wie sollen wir in diesem Haufen von Informationen das finden, wonach wir eigentlich suchen?“, fragt Digi traurig am Ende seiner Erzählung. „Es ist wie nach einem Sandkorn auf dem Meeresgrund zu suchen!“
„Hast du dafür eine Suchmaschine für Erwachsene benutzt?“, fragt Mimi.
„Ja, ich glaube schon. Gibt es etwa eine Suchmaschine für Kinder?“, erwidert Digi.
„Sicher gibt es die. Sogar mehrere! Es gibt doch Kinderschokolade, es gibt Kinderbücher, sogar einen Kinderpreis fürs Kino gibt es. Also muss es auch eine Suchmaschine für Kinder geben“, klärt Mimi ihn mit einem Lächeln auf.
„Wo finde ich die?“, fragt Digi voller Neugier in seiner Stimme.
„Na, wenn du schon die Suchmaschine für Erwachsene gefunden hast, dann frag sie doch nach einer Suchmaschine für Kinder!“, lacht Mimi.
Digi schaltet sein Handy wieder ein und tippt in das Suchfeld:
Liebe Suchmaschine für Erwachsene, bitte finde mir eine Suchmaschine für Kinder. Danke‘
Es kommt alles so wie beim ersten Mal: So viele Buchstaben! Digi versteht gar nichts. Es werden mehrere Ergebnisse für das Wort ‚Liebe‘ und für das Wort ‚Kinder‘ gefunden. Die meisten Treffer hat er aber für die Wörter ‚Bitte‘ und ‚Danke‘.
„Das ist eine blöde Suchmaschine! Man findet hier gar nichts!“, ruft Digi verdrossen.
Mimi schaut sich den Satz, den Digi da ins Suchfeld eingetippt hat an, und meint:
„Es ist zwar sehr gut, dass du so höflich bist, Digi. Aber eine Suchmaschine ist nur ein Programm und dieses Programm versteht nur klare und präzise Fragen. Man braucht keine ganzen Sätze einzutippen und schon gar nicht ‚BITTE‘ oder ‚DANKE‘ zu schreiben. Sogar Artikel und Verben braucht sie nicht. Weil das Suchprogramm nach jedem einzelnen Wort aus deiner Anfrage sucht, gibt es so viele Treffer. Damit die Suchmaschine dich versteht, kannst du ruhig nur Namenswörter, also „Was-“ oder „Wer-Wörter“ benutzen. Je weniger Zeichen du in das Suchfeld eintippst, umso genauer werden die Antworten. Am besten gibst du genau das Wort ein, nach dem du suchst.“
„Ich versuche es…“, entgegnet ihr Digi und tippt ein:
‚Suchmaschine für Kinder‘
Mimi schaut sich das an und fragt, ob man denn alles zu einem Wort verkleinern könnte.
„Ich versuch‘s mit ‚Kindersuchmaschine’“, meint Digi und tippt genau das ein. Fertig, abschicken!
Und sofort kommt eine Trefferliste, die viel kürzer ist als alle davor und ganz oben ist auch ein Link gut zu erkennen, der auf die Seite der Kindersuchmaschine weiterleitet.
„Das geht wirklich schnell!“, ruft Digi begeistert aus.
„Prima!“, freut sich Mimi.
Auf der Seite der Kindersuchmaschine schaut Digi sich erstmal um. Hier sieht alles viel spannender und bunter aus als auf der Seite der Erwachsenensuchmaschine. Die Sprache ist verständlich und auch die Buchstaben sind größer und dadurch besser lesbar. Alles ist in kleinere Kästchen, die wie Bausteine aussehen, eingeteilt: Wissen, Nachrichten, Alles über Tiere, Basteln, Spiele. Es gibt sogar Kästchen mit Wetter und Chatten und noch etwas ganz Nützliches: Tipps für die Suche.
Digi und Mimi wollen sie gleich ausprobieren und tippen in das Suchfensterchen ihre Frage ein:
 ‚Tier acht Arme‘
Und losgeschickt! Genauso schnell öffnet sich die Seite mit den Treffern – es sind sage und schreibe sechs an der Zahl.
Digi kann seinen Augen nicht trauen. Die Suchmaschine für Erwachsene zeigte ihm abertausende an. So weit kann Digi noch nicht einmal rechnen. Hier aber sind es nur die 6 Treffer, sehr überschaubar.
Mimi und Digi wollen nun lesen, was dort steht: „Der Krake hat acht Arme“.
„Ein Krake war das also!“, rufen beide Freunde einstimmig.
„Endlich wissen wir, nach wem wir suchen müssen. Das machen wir gleich morgen!“, beschließen die beiden. Es ist Zeit für Mimi, nach Hause zu gehen, und auch Digi sollte sich so langsam an seine Hausaufgaben setzten. Mit sich zufrieden verabschieden sich die beiden und Mimi geht heim.
Wenn man weiß, wie man nach einem Sandkorn auf dem Meeresgrund sucht, dann findet man auch schnell alles.
Und du, liebe Leserin, lieber Leser – kennst du eine oder sogar mehrere Kindersuchmaschinen?  Versuch mal dein Glück hier: www.blinde-kuh.de, www.fragfinn.de oder www.helles-koepfchen.de. Auf diesen Seiten kannst du dann nach einem Tier mit acht Armen suchen. Du wirst sehen: Es wird spannend!
Deine Valentina Dann

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DIGI-MEE[H]R – Sicher schwimmen im Internet ist ein Kooperationsprojekt der Verbraucherzentrale Berlin e.V. und dem Club Dialog e.V., gefördert von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung Berlin.

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